Parkett auf Fußbodenheizung Drucken

Richtlinien für die Verlegung von Holzfußböden auf Warmwasser- Fußbodenheizung und Estrichen im Einklang mit Ö-Norm B 2242-7

 

Allgemeines

Holz hat einen geeigneten Wärmedurchlasswiderstand und eine gleichmäßige Wärmeverteilung, ist also für die Verlegung auf Fußbodenheizung zu empfehlen. Laut Ö-Norm B 2242-7 ist verklebtes Parkett bis zu einer Stärke von 24 mm für Fußbodenheizung zulässig. Holzfußböden müssen auf nahezu allen klassischen Warmwasserfußbodenheizungen vollflächig verklebt verlegt werden. Einige Parkettarten sind auf Grund Ihres hohen Schwindverhaltens nicht oder nur bedingt geeignet. Hier die bekanntesten: Buche, Ahorn kann. , Akazie, Kempas, Jatoba, Ipe/Lapacho, Olive, Muhuhu, Wenge

 

Vorbereitung

Die Aushärtezeit des neuen Zement- Estrichs sollte mindestens 21 Tage betragen. Danach wird die Fußbodenheizung langsam in Betrieb genommen, d.h. der Vorlauf wird täglich um 5 Grad C gesteigert, bis die maximale Vorlauftemperatur erreicht ist. Diese maximale Temperatur muss mindestens einen Tag pro cm Estrichdicke andauern und ist ohne Nachtabsenkung einzuhalten. Danach wird die Heizung um täglich 5 Grad C gedrosselt, bis die Oberflächentemperatur des Estrichs 15 – 18 Grad C beträgt. Es muss solange ausgeheizt werden bis der Estrich trocken ist Das Parkett ist bei einer Estrichtemperatur von +15 Grad C und einer relativen Luftfeuchte von 50 – 60 % zu verlegen. Die Feuchte im Estrich darf bei Verlegung 1,8% bei Zementestrichen und 0,3 % bei Calciumsulfatestrichen nicht überschreiten. Zur Messung des Estrichs wird ein CM- Gerät verwendet. Die Entnahme des Messguts erfolgt an dafür gekennzeichneten Stellen am unteren Drittel des Estrichs. Hierfür muss der Heizungsinstallateur Messplomben setzen! Der Estrich muss lt. Önorm ausgeheizt sein, ansonsten darf der Holzbelag nicht verklebt werden. Ein gesundes Raumklima von ca. 45 – 60 % relative Luftfeuchte ist zur Werterhaltung des Holzfußbodens erforderlich da sonst Fugen auftreten können.

 

Verlegung

Grundsätzlich muss das Parkett bei der Verlegung auf Estrich mit Fußbodenheizung verklebt werden. Zum Zeitpunkt des Verlegens des Bodenbelages muss die Oberflächentemperatur des Estrichs mindestens +12°C betragen und darf bei eingeschalteter Fußbodenheizung 20°C nicht überschreiten. Eine schwimmende Verlegung ist aufgrund des höheren Wärmedurchlasswiderstandes (Dämmunterlage plus evtl. Luftpolsterung) und der Gefahr einer Abrissfuge nicht zu empfehlen, und ist lt. Önorm auch nicht zulässig.

 

Die Fußbodenheizung im Betrieb

Nach abgeschlossener Verlegung sollte die Heizung nicht sofort auf volle Leistung gebracht, sondern langsam (ca. 1 Woche) mit niedriger Temperatur gefahren werden. Die maximale Oberflächentemperatur darf 29°C nicht überschreiten. Bei Häusern, die der neuen Wärmeschutzverordnung entsprechen liegt dieser Wert deutlich darunter. Wird der Parkettboden beim Betrieb der Fußbodenheizung mit Teppichen abgedeckt, kann es zu einem Wärmestau unterhalb des Teppichs kommen. Der Wärmefluss ist an dieser Stelle gestört. Um die Raumtemperatur dennoch zu halten, erhöht sich die Temperatur in der Fußbodenheizung. Die Folgen sind steigende Heizkosten sowie Schäden am Parkett und der Unterkonstruktion.

 

Das Raumklima

Während der Heizperiode ist auf Grund der raumklimatischen Verhältnisse nicht auszuschließen, dass zwischen den Parkettdielen geringfügige Fugen entstehen. Dies ist jedoch kein Qualitätsmangel, sondern eine Reaktion des Naturbaustoffes Holz. Wir empfehlen deshalb, die relative Luftfeuchte zwischen 45 und 60 % zu halten. Bei dieser Luftfeuchte wird es nicht zu Formveränderungen des Holzes kommen, die über das übliche Maß hinausgehen. Für das Wohlbehagen des Menschen und die Behaglichkeit in den Räumen ist die Beachtung eines gesunden Raumklimas von 50 % relative Luftfeuchte und 20 Grad C zu empfehlen. Bei zu trockener Luft wird der Einsatz eines elektrischen Luftbefeuchters auf Verdunstungsbasis oder eine andere geeignete Maßnahmen zur Befeuchtung der Luft angeraten.

Faseröffnungen bzw. Trocknungsrisse können bereits bei einem einmaligen unterschreiten des Luftfeuchtigkeitsgehaltes von 45 % entstehen.